6 Gründe Prof. Dr. Abou-Dakn toll zu finden

1. Teilnahme an der Podiumsdiskussion “Die Zukunft der Geburtshilfe in Deutschland”

Diese Woche fand die von Maha Karo pictures organisierte Podiumsdiskussion “Die Zukunft der Geburtshilfe in Deutschland” in Berlin-Neukölln statt und ich hatte Gelegenheit den Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe des St Joseph Krankenhauses in Berlin einmal live zu erleben. Ich war besonders begeistert von seinen Beiträgen, denn er beleuchtete die derzeitige Schieflage in der Geburtshilfe in Deutschland sehr vielschichtig und pragmatisch und reflektierte dabei auch die wirtschaftlichen Gegebenheiten.

2. Die wirtschaftliche Notlage kleiner Krankenhäuser und was das für den Berufsstand der Hebammen bedeutet

Abou-Dakn führte aus, dass aufgrund der gestiegenen Kosten in der Geburtshilfe viele kleine Krankenhäuser besonders in den deutschen Flächenländern zur Schließung gezwungen sind. Die dort arbeitenden Hebammen verlieren so ihre Anstellung  und für Beleghebammen fällt der Einsatzort weg. Es fehlt hier an einem Gesamtkonzept für die Geburtshilfe in Deutschland. Abou-Dakn plädierte für ein Konzept, das den Frauen durch eine größtmögliche eins zu eins Betreuung durch eine Hebamme eine weitgehende Autonomie im Geburtsprozess ermöglicht und gleichzeitig in der Zusammenarbeit mit den Ärzten den Schutz der Klinik gewährleistet. Das Grundproblem sieht er in der generellen Ausrichtung unseres Gesundheitssystems, durch die eine “sprechende, zugewandte Medizin schlechter bezahlt” wird, als eine oberflächliche Gerätemedizin.

3. Das St. Joseph-Krankenhaus in Berlin-Tempelhof als erstes “babyfreundliches Krankenhaus” Deutschlands

Abou-Dakn kümmert sich um viele Dinge, die mir sehr wichtig sind. Als Vorstand der WHO/unicef Initiative Babyfreundliches Krankenhaus Deutschland setzt er sich dafür ein, dass es in deutschen Krankenhäusern zunehmend möglich wird, natürlich zu entbinden, ohne auf ärztlichen Beistand in Notsituationen verzichten zu müssen.  Er war mir schon lange ein Begriff, denn ich durfte meine zweite Tochter im St. Joseph-Krankenhaus entbinden und weiss seinen Einsatz daher sehr zu schätzen.

Falls Ihr die Möglichkeit habt, in einem babyfreundlichen Krankenhaus entbinden zu können, ist das ein großes Glück. Es ist eine sehr schöne und zugleich sichere Art zu entbinden, und macht es euch möglich, die von der Natur im Laufe der Evolution so wunderbar eingerichteten Geburtsabläufe für euch zu nutzen und gleichzeitig in den Genuss der Errungenschaften der modernen Medizin zu kommen.

4. Abou-Dakns Einsatz für das Stillen

Als Ärztlicher Berater des Verbandes europäischer Lakationsberater/-innen IBCLC und Mitglied des Berufsverbandes Deutscher Laktationsberater/ -innen liefert er wissenschaftliches Backup für den Wunsch zu stillen. Die medizinischen Vorteile des Stillens sind mittlerweile wissenschaftlich bestens belegt und allgemein bekannt. Abou Dakn bemerkte, dass ein Kind natürlich auch gut mit Flaschennahrung groß werden könne. Jedoch biete die Nahrung aus der Flasche keine Vorteile gegenüber dem Stillen. Das Stillen gegenüber der Flaschennahrung aber sehr wohl.

5. Die Rolle der Väter bei der Geburt

Die eigentliche Bewährung für Väter kommt nach der Geburt. Sie müssen ihrer Frau den Rücken freihalten, eigene Bedürfnisse zurückstellen und akzeptieren, dass es zunächst keine Dreierbeziehung gibt, sondern nur eine ganz innige Zweierbeziehung zwischen Mutter und Kind. Sie müssen sich mit Geduld und Zeit, behütend und nicht fordernd, auf diese Phase einlassen. Erst allmählich erwächst daraus eine familiäre Dreierbeziehung.” (Abou-Dakn in einem Interview vom 22.10.2013 auf der Seite des St.Joseph Krankenhauses unter “Aktuelles und Presse”) 

Wenn ihr mehr zu seiner Einstellung zur Geburt an sich und der Rolle der Väter während der Geburt lesen möchtet, gibt es hier ein kurzes Interview mit ihm, in dem er ausführt, was den Vater während der Geburt und vor allem nach der Geburt des Kindes so wichtig macht und auch, wo die Grenzen seiner Hilfe liegen.

Und sowohl die Bedeutung und die Vorzüge des Stillens aus medizinischer Sicht als auch die Rolle des Vaters bei der Geburt werden in diesem Beitrag beleuchtet:

 

6. Pränatalpsychologie und Geburtshilfe

 Als Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin erforscht er die Bedeutung, Risiken und Nutzen des Ultraschalls. Ich fand das sehr interessant, denn ich bin für das Phänomen Ultraschall in jüngster Zeit im Zusammenhang mit der Pränatalpsychologie sensibilisiert worden.

Auf den ersten Blick mag dieses Thema sehr esoterisch anmuten. Es begegnet mir jedoch in letzter Zeit auf Schritt und Tritt, egal ob auf der LaLecheLiga-Jahreskonferenz oder auf den Dresdner Tragetagen. Es liegt in der Luft, auch weil die esoterisch anmutenden Gedanken dazu langsam aber sicher wissenschaftlich untermauert werden, wie Abou-Dakn anmerkte. Weil dem so ist, werde ich bald an dieser Stelle nochmals über die Pränatalpsychologie berichten. Diesmal über Prof.Dr. Franz Renggli und seine Erkenntnisse dazu.

Es scheint nach all diesen Erkenntnissen über Prof. Abou-Dakn nur natürlich, dass die Eltern-Kind-Bindung zu seinen Lieblingsthemen gehört.

Falls ihr die Leidenschaft für das Thema Bindung, für das Tragen und Stillen und gemeinsam Schlafen mit uns und Dr. Abou-Dakn teilt, dann guckt doch mal bei uns im Shop, ob ihr da noch hilfreiche, schöne und unterstützende Dinge für euren Alltag mit Baby findet: www.louylou.de oder www.babys-verstehen.de

 

Die Publikationen Abou-Dakns:

Abou-Dakn, Michael, Juhre, Bernd, Reeck, Andrea: Herausgeber und Kapitel: Der Weg zum Babyfreundlichen Krankenhaus. 2011. ISBN 10: 3941770012. ISBN 13: 9783941770010

Abou-Dakn, M., Richardt A., Schaefer-Graf U., Wöckel A.: Inflammatory Breast Diseases during Lactation: Milk Stasis, Puerperal Mastitis, Abscesses of the Breast, and Malignant Tumors – Current and Evidence-Based Strategies for Diagnosis and Therapy. Breast Care (Basel). 2010 Mar; 5 (1): 33—37.

Abou-Dakn M., Wöckel A.: Die vorteilhaften Effekte einer gezielten Vorbereitung des Partners auf die Kreißsaalsituation — Daten einer randomisierten Interventionsstudie, Gyn 2009; 14; 60—62

Abou-Dakn M., Fluhr J.W., Gensch M., Wöckel A.: Positive effect of HPA lanolin versus expressed breastmilk on painful and damaged nipples during lactation. Skin Pharmacol Physiol. 2011; 24 (1): 27—35

Abou-Dakn, M. : Kapitel: Stillen 1105—1125 in Schneider H; Husslein P. W.: Die Geburtshilfe – Lehrbuch. Schneider, K.-T. M. (Hrsg.). Springer Verlag Berlin. 2012. 5. Auflage

weitere Publikationen und Vorträge unter www.eh-berlin.de

 

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    Tags: geburt, mir, für, über, so, bonding, bindung

Die Erkenntnisse der Pränatalpsychologie oder Irene Behrmann und der Verein Green Birth

1. Irene Behrmann, Green Birth e.V.

Während der Geburt meiner dritten Tocher war ich sehr egozentrisch und dachte hauptsächlich an mich als Gebärende und meine Schmerzen. Ich war vor lauter Angst wild entschlossen zur PDA, die ich dann auch schnell bekam. Natürlich ließen meine Wehen dann sofort nach und das ganze übliche Programm, das eine PDA so nach sich zieht, setzte ein: keine Wehen, Wehentropf, Wehenhemmer, wie ein Fisch auf dem Rücken liegen, nicht mehr wirklich fähig sein zur Bewegung. Meine Tochter steckte fünf lange Stunden im Geburtskanal und hatte die Nabelschnur ebenfalls mehrfach um den Hals gewickelt. Diese fünf Stunden kamen ihr sicherlich wie eine Ewigkeit vor. Mir – zugedröhnt wie ich ja war – kam es mir wie ein kurzer Moment vor. Ich verlor unter der PDA jegliches Zeitgefühl.

Wie sie dann so blau und schwach auf mir lag, fing ich an, die Geburt durch ihre Augen zu sehen. Wie war das wohl für sie? Sie hatte sich ein Herz gefasst und auf den Weg gemacht, die Wehen als ihre Helfer, die Bewegungen ihrer Mutter als Helfer. …und dann waren ihre beiden Helfer auf einmal weg. Ich mache mir oft Vorwürfe, sie im Stich gelassen zu haben. Was bedeutet das für ihr Urvertrauen, für ihr Vertrauen ins Leben, für ihr Vertrauen in ihre Mutter? Was bedeutet das für ihre persönliche Entwicklung, diese erste große Prüfung nicht im Team mit ihrer Mutter gemeistert zu haben? Ich weiß, ich habe der Natur nicht aus Boshaftigkeit ins Handwerk gepfuscht. Ich hatte große Angst und fühlte mich mit meinen Schmerzen allein gelassen und konnte in diesem Moment nicht anders. Dennoch wünschte ich im Nachhinein, ich wäre mutiger und stärker gewesen oder hätte mehr Hilfe gehabt. Hätte die Natur Regie führen lassen. Sie hätte das gut gemacht, denn meine Tochter kam ja dann ohne weiteres Einwirken von außen auf die Welt.

Ihr seht also, ich habe mir schon vor dem Besuch des Seminars von Irene Behrmann auf dem La Leche Liga – Jahrestreffen 2014 Gedanken darüber gemacht, was so eine Geburt für einen Menschen bedeutet.  Es ist ein wichtiger Übergang von einer Lebensphase in die nächste – oder wie Irene Behrmann es liebevoll ausdrückt: “von unserem ersten Zuhause” in die Welt. Irene Behrmann möchte sowohl durch die Gründung des Vereins Green Birth als auch durch ihr gesamtes Lebenswerk dafür sensibilisieren, wie sehr uns die Erfahrungen in der ersten Zeit im Mutterleib und während der Geburt unbewusst prägen. Die neuesten Erkenntnisse der Neurobiologie stützen therapeutische Erfahrungen und daraus abgeleitete Annahmen. Unsere allerersten Erfahrungen hinterlassendemnach Spuren, die unser Leben beeinflussen, auch wenn sie unbewusst abgespeichert wurden.

 

2. Die therapeutische Arbeit der Regression

Es lohnt sich, bei der Bewältigung einer Krise oder einer beeinträchtigenden Verhaltensweise,  auch auf diese allererste Lebensphase der Schwangerschaft und Geburt zu blicken. Die Bewusstmachung dieser ersten Erlebnisse kann bei Leidensdruck zu Entlastung und positiven Veränderungen führen. Den therapeutischen Weg, durch den diese Bewusstwerdung bewerkstelligt wird, nennt man Regression, ein natürlicher Prozess, der ohne Beeinflussung von außen (wie z. B. Hypnose) selbstbestimmt vonstatten geht. Dass Kindheitserlebnisse besonders prägend sind, je früher sie stattfinden, ist in der Psychologie wohl generell anerkannt. Wann ist allerdings “früh”? Erst nach der Geburt? Schon im Mutterleib?

Irene Behrmann  plädiert dafür, auch die allerfrüheste Zeit im Mutterleib in Anamnesen und Recherchen zur eigenen Biografie mit einzubeziehen:

“In der Kindheit jedes Menschen – einschließlich der vorgeburtlichen Zeit – werden die Voraussetzungen für ein stabiles und belastungsfähiges Erwachsenenleben geschaffen, indem die grundlegenden Bedürfnisse eines Kindes kontinuierlich Beachtung finden und bedfriedigt werden.” 

(aus: Irene Behrmann, Marianne Sturm (Hrsg.): Leben und Geburt. Pränatalzeit – Geburt, Kaiserschnitt – Frühe Kindheit, Regressionstherapeutische Dokumente. Heidelberg 2014: Mattes Verlag, S. 14.)

Dazu wäre von Bedeutung, in welcher Situation sich die Mutter zur Zeit der Schwangerschaft befand. Denn wir wissen heute, dass sich die Gefühle der Mutter auf das Kind übertragen werden. Mutter und Kind sind durch die Hormone während der Schwangerschaft und Geburt miteinander verbunden. Ist die Mutter zufrieden und glücklich, erlebt das Kind diesen Zustand ebenso wie Angst, Unglücksmomente oder Stress.

 

 3. Die verhaltenstherapeutische versus die lebensgeschichtliche Herangehensweise

Für Irene Behrmann stellt die Geburt einen prägenden  Übergang dar, und jeder Übergang löst in einem gewissen Maß auch Stress aus, der auch positiv sein kann. Während der ersten Übergangssituation, der Geburtserfahrung, wird ein bestimmtes Reaktionsmuster neuronal abgespeichert und erlernt. Dieses Reaktionsmuster kann in einer vergleichbaren Stresssituation im späteren Leben getriggert werden.

Gerade weil Irene Behrmann sich der weitreichenden Folgen des Geburtsprozesses auf das Leben eines Menschen bewusst ist, setzt sie sich für eine neue, menschlichere, behutsamere Geburtskultur ein.

Sie würde daher Schreibabys nicht in erster Linie verhaltenstherapeutisch behandeln, sondern auch lebensgeschichtlich fragen, ob das Kind eventuell immer noch auf seine unverarbeitete Geburt reagiert.

Sie rät dazu, in einem ruhigen Moment, liebevoll und einfühlsam mit seinem Kind zu sprechen, falls die Geburt schwierig verlaufen ist: “Es gibt da eine Geschichte, die möchte ich dir mal erzählen.”

Irene Behrmann plädiert dafür, unseren Kindern jeden Alters die Wahrheit zu sagen, natürlich auf eine ihrem Alter angemessene und behutsame Weise. Auch wenn unsere Babys und Kleinkinder natürlich nicht jedes unserer Worte verstehen werden, so werden sie doch unsere Emotionen dabei verstehen und spüren, dass wir sie ernst nehmen. Tief in sich,, kennen sie die Wahrheit sowieso und unsere Emotionen im Mutterleib und während der Geburt lassen sich nicht vor ihnen verstecken, denn auch Gefühle wie Angst, Liebe oder Trauer produzieren stofflich nachweisbare Eiweiße in unserem vegetativen Nervensystem, die uns und das Kind in uns erreichen.

Die Erkenntnisse des jungen psychologischen Forschungszweiges der Pränatalpsychologie basieren vor allem auf Erfahrungswissen von Mütter, Hebammen, Psychologinnen und ÄrztInnen. Wir wissen mittlerweile wesentlich mehr über die Erlebnisfähigkeit des Kindes im Mutterleib durch die Möglichkeiten des Ultraschalls, die Neurobiologie und die moderne Stressforschung.

Die Pränatalpsychologie folgert aus all diesen Erkenntnissen, dass Kinder unser Verständnis für das brauchen, was sie vom ersten Moment an erleben und fühlen. Dies gilt auch für ihre ganz frühen Erlebnisse während der Geburt und selbst davor in der Schwangerschaft und sogar ab der Zeugung. Die große Frage lautet: Wann setzt die Ich-Entwicklung eines Menschen ein? Wir können diese Frage letztendlich nicht sicher beantworten. Wir können uns jedoch mit der Annahme helfen, dass das Kind von Anfang sehr eng mit der Gefühlswelt der Mutter verbunden ist und im Zuge seiner Reifung immer eigenständigere Gefühle entwickelt.

Irene Behrmann auf der Jahreskonferenz der LaLecheLiga 2014

 

 

 

4. Unsere Geburtskultur braucht Korrekturen

Wenn die Zeit im Mutterbauch und die Geburt solch große Auswirkungen auf unser späteres Leben haben können, folgt daraus ein Plädoyer für eine einfühlsamere, behutsamere Geburtskultur, die nur in Notfällen in die natürlichen, durch evolutionäre Prozesse bis ins äußerste Detail perfektionierten Geburtsabläufe eingreift. Diese Abläufe grenzen an ein Wunder und sind eigentlich zu phantastisch, um sie zu stören.

Die moderne Medizin ist in vielen Fällen ein Segen, verleitet jedoch auch häufig zu vorschnellem Eingreifen in den natürlichen Prozess der Geburt. Die Kaiserschnittrate schnellt immer weiter in die Höhe und das sehen auch viele Kinderärzte sehr kritisch. Unter der natürlichen Geburt passieren so viele wichtige Dinge mit einem Baby, die es stärken und ihm Vitalität verleihen. Auch über die vielen Dammschnitte und die Vergabe von Wehenbeschleunigern und Wehenhemmer lässt sich lange diskutieren.

Frau Behrmann berichtete uns von einer Untersuchung an über 1000 Frauen, die ohne jegliche Beeinflussung ihr Kind zur Welt brachten, nachdem die Wehen einsetzten. Da der Zeugungstermin genau errechnet wurde, stellte sich am Ende heraus, dass es Abweichungen von bis zu 37 Tagen gab in Bezug auf die natürliche Beendigung der Schwangerschaft.

Wenn das berücksichtigt würde, käme es nicht zu dem Dogma: ET + 7 Tage, dann wird eingeleitet.

Irene Behrmann wies uns daher darauf hin, dass viele Hebammen und Ärzte eine Abweichung vom Geburtstermin von bis zu 37 Tagen für normal halten.

Es fehlt also Vieles in unserer modernen Geburtskultur und genau für diese Dinge setzt sich der Verein Green Birth ein:

– eine individuelle Begleitung der Schwangeren durch eine Person

– Eingehen auf individuelle Ängste und Selbstzweifel der Gebärenden

– mehr Rücksichtnahme auf Schwangere und junge Mütter im Beruf

– Einbeziehen des Kindes in die Geburt

– Eingehen auf soziale Belastungen

– dem Vater eine angemessene Rolle im Geburtsgeschehen geben

 

 5. Green Birth setzt sich ein für besser definierten Mutter-Kind-Schutz ab der 13. Schwangerschaftswoche bis zur Geburt

Den Tag des Kindes möchte ich zum Anlass nehmen, auf etwas hinzuweisen, das mir bewusst wurde seit ich die Vorsitzende des Vereins Green Birth, Irene Behrmann kennen lernen durfte.

Ich bin so dankbar, für all die Frauen, die für unsere Freiheit und das Recht zur Selbstbestimmung gestritten haben. Jede Frau weiß, wie schwierig es ist, den eigenen Weg selbstbestimmt zu gehen, wenn Schwangerschaften das Leben bestimmen und man keinen Einfluss darauf nehmen kann. Ich bin ganz klar für die Selbstbestimmung der Frau in diesem Bereich und sehr dankbar dafür, dass es in unserem Land zu dieser Zeit alle Wahlmöglichkeiten gibt. Dennoch sollten wir auch den Blickwinkel des Kindes hierbei nicht aus den Augen verlieren. Kinder bekommen auch schon im Mutterleib viel von ihrer Umwelt und den Sorgen und Nöten ihrer Mutter mit. Ihre Rechte sollten uns bewusst werden. Dies gilt umso mehr,  sobald die Mutter sich zu diesem Kind bekennt und es austragen kann und möchte.

Es gibt auf viele Fragen noch keine eindeutigen Antworten und da gehören folgende sicher dazu:

Sollte ein Kind das Recht darauf haben, ungestört heranzuwachsen statt ständig getestet zu werden oder mit häufigem Ultraschall gestört zu werden?

Hat das Kind nach der 12. Schwangerschaftswoche ein Recht darauf, seinen Geburtstermin mit zu bestimmen, bzw. “im Einklang mit der Natur” geboren werden zu dürfen? Nach der Geburt scheint es uns selbstverständlich, die Bedürfnisse eines Babys zu respektieren. Was ist mit seinen Bedürfnissen während es im Mutterleib hört, schmeckt, tastet, fühlt, träumt und wacht?  Sicherlich möchten die meisten Mütter ein paar Ultraschalluntersuchungen, um beruhigt zu sein, dass alles in Ordnung scheint. Aber muss es denn so oft sein? Ich habe selber festgestellt, wie häufig solch eine Ultraschalluntersuchung auf einmal nötig ist, sobald man privat versichert ist. Ist man gesetzlich versichert ist es auf wundersame Weise gar nicht mehr oft nötig. Ich habe meiner Frauenärztin diese Rechnungen gegönnt, weil ich weiß, wie sehr sie auf Privatpatientinnen angewiesen ist, um ihre Praxis halten zu können. Aber, ist es legitim, auf Kosten der Babys?

Auf all diese Fragen gibt es sicher keine gemeingültigen Antworten – aber es lohnt sich, über sie nachzudenken.

 

Falls ihr mehr über Irene Behrmann und GreenBirth e.V.  erfahren möchtet: www.greenbirth.de

hier gibt es Literatur zur Regressionsarbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen: Irene Behrmann, Marianne Sturm (Hrsg.): Leben und Geburt. Pränatalzeit – Geburt, Kaiserschnitt – Frühe Kindheit, Regressionstherapeutische Dokumente. Heidelberg 2014: Mattes Verlag.

4 Tipps von Herbert Renz-Polster für die Einführung von Beikost

Herbert Renz-Polster und Susanne Moller

Ich hatte am Wochenende auf dem AFS-Stillkongress das große Vergnügen, Herbert Renz-Polster einmal mehr in einem Vortrag über “Allergien und Beikost” hören zu dürfen und fasse meine neuen Erkenntnisse in Bezug auf die Einführung von Beikost zusammen. Ab welchem Alter ist Beikost sinnvoll und was muss bei ihrer Einführung beachtet werden?

1) Abstillen und Beifüttern sollten nicht zusammen fallen

Wir verdauen mithilfe eines Stoffes, der in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird. Dieser Stoff heisst Amylase und wird bei Babys anfangs nur in sehr geringen Mengen produziert. Er findet sich aber glücklicherweise auch in der Muttermilch. Zur Verdauung von beigefütterter Nahrung hilft die Muttermilch also in entscheidendem Maße. Wird gleichzeitig abgestillt und mit dem Zufüttern angefangen, kommt das Baby in doppelten Stress, denn ihm fehlen wichtige Stoffe zur Verdauung, die es aus der Muttermilch erhält. Es ist also ratsam, langsam mit dem Beifüttern anzufangen, während gleichzeitig weiter gestillt wird.

Ohne die Hilfe der Muttermilch kann die aufgenommene Nahrung auch schlecht transportiert werden, was zu Verstopfung und Blähungen führen kann.

2) Der richtige Zeitpunkt des Beifütterns

Ständig gibt es neue Richtlinien, wann mit dem Beifüttern angefangen werden soll. Babys sind jedoch sehr unterschiedlich in ihrer Entwicklung und die Varianz bei allen wichtigen Babythemen wie dem Schlafverhalten, dem Kalorienverbrauch und der körperlichen Reifung ist sehr hoch. Während ein Kind schon mit vier Monaten bereit sein mag, feste Nahrung zu sich zu nehmen, mag ein anderes erst mit 18 Monaten bereit sein.

Herbert Renz-Polster rät daher, das Kind zu beobachten. Sein eigenes Interesse am Essen ist der einzig ernstzunehmende Indikator. Nehmt euer Kind am Tisch auf den Schoß oder lasst es im Hochstühlchen dabei sitzen und beobachtet es. Es wird früher oder später sein Interesse und seine Bereitschaft signalisieren und nach den Nahrungsmitteln greifen oder euch ganz begeistert beim Essen zusehen.

Meine älteste Tochter war in dieser Beziehung ein echter Spätzünder. Erst mit etwa 15 Monaten zeigte sie ein erstes zaghaftes Verlangen nach fester Nahrung.

Das Fazit von Herr Renz-Polster lautet daher, dass es keine unterschiedlichen Richtlinien zur Nahrungseinführung bei gestillten und nicht-gestillten Kindern geben sollte. Es gibt de facto keine Altersempfehlung.

3) Erste Nahrungsmittel: Brei oder Gemüse?

Es ist ein nettes Experiment, sich einmal von seinem Partner oder einer Freundin mit dem Löffel füttern zu lassen. Man stellt fest, wie unangenehm und kontrollierend das ist. Es ist irgendwie ein demütigendes und hilfloses Gefühl und Essen macht so gar keinen Spaß. Die Freude am Essen hat viel mit Selbstbestimmung, bzw. Selbstwirksamkeit zu tun. Um die Freude an Nahrungsmitteln zu wecken, und dem Kind auch die Möglichkeit zu geben, die einzelnen Lebensmittel kennen lernen zu dürfen und zu entscheiden, was schmeckt und was nicht, wird heute geraten, Gemüse nicht mehr wie früher zu mischen und zu pürieren. Ihr könnt jede Art Gemüse in mundgerechte Stücke schneiden und in Wasser ohne Salz sehr, sehr weich dünsten, so dass es praktisch im Mund zergeht. Ein Schuss Olivenöl oder anderes Öl darüber und auf den Teller. Das Kind kann so selbstständig erkunden und die einzelnen Geschmacksstoffe wirklich kennen lernen. Natürlich kann man auch Getreidebrei oder Reisschleim mal probieren. Viele Kinder lehnen den aber anfangs ab, weil sie ihn eben nicht selbstständig zu sich nehmen können.

4) Bei der Beikost geht es anfangs kaum um die Kalorienzufuhr

Es ist ein Trugschluss, zu glauben, ein Baby könne sich schnell einen Großteil der Kalorien aus fester Nahrung holen. Es ist ein langsamer Prozess. Anfangs wird es mehr mit dem Essen experimentieren. Es muss sich sowohl an den Geschmack vor allem von Gemüse (Vgl. meinen Artikel …hier im Blog) und an das Verdauen erst gewöhnen. Das braucht Zeit. Den Großteil der Energie holt es sich in den ersten Monaten aus der Mutter- oder Flaschenmilch. Die Muttermilch liegt dabei deshalb im Vorteil, weil sich ihr Fettgehalt dem Kalorienbedarf des Kindes automatisch anpasst. Diesen Anpassungsprozess kann selbst das ausgeklügeltste Milchpulver nicht nachahmen.

Das Kind sollte im Zuge der Nahrungseinführung selbstwirksam sein dürfen und seinem individuellen Reifungsprozess folgen können.

Weitere Informationen

Sämtliche tolle Werke Herbert Renz-Polsters gibt es hier zu bestellen.

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10 Hilfen für Eltern von Schreibabys

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Meine dritte Tochter war anders als die beiden ersten. Sie weinte sehr viel mehr, vor allem nachts, und schlief drei Jahre lang so schlecht, dass es uns wirklich an die Substanz ging und auch unsere Beziehung stark belastete. Weil wir an uns selbst als Eltern zweifelten, weil wir drei Jahre chronisch übermüdet waren, weil wir uns ständig Sorgen machten, sie könnte etwas Schlimmes haben und wir wüssten einfach nicht was es ist. Es war uns peinlich, sie irgendwohin mitzunehmen, vor allem am Anfang, weil uns unsere Freunde ganz mitleidig anguckten und eigentlich nur wollten, dass wir schnell wieder verschwinden, damit Ruhe ist. Gerade weil die ersten beiden Töchter so wenig weinten, hatte ich große Schuldgefühle. Lag es an mir, dass sie so viel weinte? War ich schon zu alt? Zu nervenschwach? Lag es vielleicht doch an der PDA während der Geburt? Hatte ich was Falsches in der Schwangerschaft gegessen? Meine Fragen an mich und meine Selbstzweifel wurden immer absurder.

Ich rannte ständig zum Kinderarzt und ließ sie untersuchen. Sie hatte ab und zu rote Ohren, aber dann hätte eigentlich ja die Gabe von Ibuprofensaft, zu der ich mich in meiner Verzweiflung sicher etwas zu leichtsinnig hatte hinreissen lassen, helfen müssen. Tat sie aber überhaupt nicht. Das Geschrei ging weiter.

Damals hatte ich keinerlei Antwort auf meine Fragen. Heute im Rückblick – meine Tochter ist mittlerweile sechs – wird mir zumindest klar, dass sie sich so ihren Platz erkämpfte, die Zuwendung und Nähe einforderte, die sie brauchte und sicher ohne ihr Weinen tatsächlich nicht bekommen hätte. Ich sehe heute die Bilder aus meiner Schwangerschaft mit ihr, und sehe, wie überfordert und müde ich eigentlich schon damals war, obwohl die Schwangerschaft völlig komplikationslos verlief. Ich hatte keine Perspektive, fühlte mich als abgehalfterte Hausfrau und wollte dennoch, oder gerade deshalb, dieses über alles geliebte Kind. Ihre Geburt überstand ich aus Mangel an Kräften nur mit PDA. Sie steckte fünf Stunden im Geburtskanal und kam völlig blau raus. Die Umstände ließen ihr keine andere Wahl, als sich bemerkbar zu machen, und im Rückblick bin ich so froh, dass ich mir doch in allen nervlichen Krisenmomenten erlaubte, meinem Instinkt zu folgen und ihr so viel Nähe zu schenken, wie mir möglich war. Sie ist heute ein fröhliches, begabtes Kind mit einem großen Herz. Sie war auch am Anfang sicher kein klassisches “Schreibaby” oder “24-Stunden-Kind” . Ich weiss, da gibt es ganz andere Fälle und diesen gilt mein ganzes Mitgefühl. Meine eigene Tochter hat mich für das Thema sensibilisiert und mich Vieles gelehrt. Sicher gibt es da draußen Eltern, die von und mit ihrem Kind noch viel mehr lernen dürfen:

1. Die enttäuschte Erwartung realisieren:

Vor der Geburt freut man sich so sehr auf dieses Baby und malt sich das Leben mit ihm in den schönsten Farben aus. Natürlich stellt man sich da nur Harmonie und Glück vor und kein Geschrei und keine Verzweiflung. Es hat mir sehr geholfen, mir meine enttäuschten Erwartungen einzugestehen und zu akzeptieren, dass dieses Baby durch seine Andersartigkeit eine Veränderung in mir und in unserer Familie einfordert. Ich habe versucht, mir zu sagen: “Es ist jetzt eben anders als erwartet. Ich fühle mich oft einsam. Ich bin erschöpft und müde und muss um meine Erholungsmomente kämpfen. Es wird spätestens in ein paar Monaten anders werden.”

2. Akzeptieren, dass nachts nichts anders ist als tagsüber

Besonders beim ersten Kind hat man diese utopische Vorstellung, dass Babys zwar tagsüber sehr anstrengend sein können, dass sie aber nachts gefälligst zu schlafen haben. Das trifft eigentlich auf kein Kind zu und auf sogenannte “Schreibabys” oder “24-Stunden-Babys” schon gar nicht. Für ein Baby ist es egal, ob es draussen hell oder dunkel ist. Es braucht unter Umständen immer Körperkontakt und Zuwendung. Vielleicht sogar nachts, wenn alles ruhig ist, noch mehr als tagsüber. Das zu verstehen und zu akzeptieren hilft schon viel. Bei meiner Tochter hat sich dieser Umstand seit ihrem dritten Geburtstag gebessert. Seitdem schläft sie eigentlich durch und ich auch, wenn mich nicht die einsetzende senile Bettflucht vom Schlafen abhält, während meine Tochter ihren kindlichen, seligen Schlaf schlummert.

3. Eigene Schuldgefühle abbauen

Sehr schnell zweifelt man an den eigenen Fähigkeiten, wenn das Baby ständig weint. Es ist sehr hilfreich, sich bewusst zu machen, dass es die Bedürfnisse des Babys sind, die diese Situation hervorrufen. Vielleicht haben eure Erziehungsmethoden mit einem anderen Kind wunderbar funktioniert. Das andere Kind hatte andere oder auch einfach weniger starke Bedürfnisse, die ihr optimal beantworten konntet. Jetzt ist es anders und es ist nicht eure Schuld. Ihr werdet aneinander wachsen.schreibabys2

 

4. Davon ausgehen, dass jedes Weinen Ausdruck eines echten Bedürfnisses ist

Wenn ein Baby weint, hat das immer einen Grund. Es möchte etwas mitteilen, für das es ja noch keine anderen Worte hat, als sein Weinen. Vielleicht möchte es mitteilen, dass es Hunger hat oder müde ist, oder dass die Windel voll ist. Vielleicht möchte es aber auch etwas Abstrakteres mitteilen: “Ich möchte gehalten werden. Ich kann nicht ohne Schaukeln einschlafen. Ich möchte Stimmen hören, um mich nicht alleine zu fühlen. Ich möchte nicht auf dem Rücken abgelegt werden, weil mein Urinstinkt mir sagt, dass der nächste Tiger um die Ecke biegen könnte, um mich zu fressen.” Es ist manchmal so schwer, sich über das Bedürfnis des Babys im jeweiligen Moment bewusst zu werden. Der Vorgang ist so komplex, dass man am besten seiner Intuition folgt. Manchmal mag einem diese auch sagen: “Nein, jetzt gerade ist nichts Schlimmes. Jetzt weint mein Baby eben doch mal kurz.”

5. Für flexible Schlafmöglichkeiten in der Nähe der Eltern sorgen

Die Vorstellung, ein Baby müsse alleine auf seinem Rücken in seinem eigenen Bettchen in einem Schlafsack liegen, ist unserer Kultur sehr eigen. In anderen Kulturen schlafen Babys völlig anders und das scheint auch ganz gut zu klappen. Betrachtet man die Evolution und wie Menschen in ihrer Geschichte von jeher geschlafen haben, erscheint unser Schlafarrangement eher verwunderlich. Meine Erfahrung ist, dass ein lockerer Umgang mit vielen flexiblen Schlafplätzen der beste ist. Manche Kinder brauchen Ruhe, andere Lärm. Manche brauchen Bewegung, andere Stillstand. Manche brauchen mal das Eine, mal das Andere. Seid erfinderisch und habt keine Angst vor viel Nähe. Um gut schlafen zu können, braucht der Mensch ein tiefes Vertrauen, dass seine Umgebung sicher ist, und Alleine-sein im Schlaf war nunmal über Jahrtausende der Menschheitsgeschichte überhaupt nicht sicher. Falls Ihr Ideen für flexible Schlafideen braucht, könnt ihr hier mal gucken.

6. Hilfe nur bei Eltern suchen, die auch solch ein bedürftiges Kind haben

Auch ich war vor der Geburt meiner dritten Tochter von einer gewissen Arroganz geprägt und dachte, ich hätte die Weisheit der Kindererziehung mit Löffeln gefressen, weil alles so gut lief. Sie schliefen leicht ein und wachten selten auf. Sie weinten fast nie. Dann war alles anders und ich verstand die Welt nicht mehr. Derselbe Genpool, dieselben Erziehungsprinzipien, ganz viel Liebe. Nur wenn man selbst an so einem Punkt war, kann man sich in andere hinein fühlen. Es bringt nichts, auf die Tipps von Leuten zu hören, die selber ein Kind haben, das ganz leicht ein- und durchschläft und selten weint. Unterhaltet euch nur mit Menschen, die wissen, wovon ihr sprecht. Das ist dann eine echte Erleichterung. Man fühlt sich verstanden und nicht mehr so allein, erhält die richtigen Ratschläge und profitiert von der Erfahrung und den Ideen anderer.

7. Stolz sein auf die Stärke dieses Kindes

Man muss ja ehrlich zugeben, dass es später im Leben nur von Vorteil sein wird, wenn euer Kind gelernt hat, seine Bedürfnisse klarzumachen und diese auch durchsetzt. Dieses Kind lässt sich seinen Willen nicht brechen. Es hat einen ganz starken Charakter. So kann man das auch sehen und sein Baby anders nennen als zum Beispiel “Schreibaby”. Es ist einfach ein ganz starkes, aber auch sehr feinfühliges Persönchen.

8. Das Kind nicht verändern wollen

Es bringt nichts, das Kind verändern zu wollen. Kleine Babys kann man noch nicht erziehen. Höchstens konditionieren wie einen Pawlowschen Hund. Der Charakter des Kindes ist eben so wie er ist. Was man ändern kann, sind die eigenen Erwartungen. Sich frei machen von Vorstellungen und mal gucken, was aus dieser Wundertüte so alles kommt und für das, was da raus kommt einen möglichst fruchtbaren Boden bereiten. Das sagt sich so leicht, ich weiss. Wenn man müde ist und verzweifelt, wünscht man sich oft einen Pawlowschen Hund und kein “besonders bedürftiges Baby”. Aber dennoch, vielleicht hilft dieses Zitat von Dr. Sears:

“We couldn´t change the color of the flower or the day when it would bloom, but we could pull the weeds and prune the plant so it blossomed more beautifully.”

aus: William und Martha Sears (1996): The fussy baby book. Parenting your high-need child from birth to age five. New York: Little, Brown and Company, S. 5.

9. Lernen, angemessen zu reagieren

Wenn man Nähe zulässt, lernt man die Zeichen des Kindes immer deutlicher verstehen und die Kommunikation kann sich verbessern. Letztendlich ist ja ein weinendes Baby eine Art Kommunikationsproblem. Das Kind will etwas ausdrücken und wir verstehen nicht was? Es ist also der einzig gangbare Weg, viel mit dem Baby zu kommunizieren, seine Sprache zu lernen. Das funktioniert wohl eigentlich ähnlich wie mit dem Lernen einer Fremdsprache. Je mehr Zeit ich von der Sprache umgeben bin, je tiefer ich eintauche, desto besser werden meine Sprachkenntnisse. Wird ein Baby viel getragen, viel an die Brust gelassen und darf bei den Eltern schlafen, dann ist das eine Art, seine Sprache zu lernen. Die Kommunikation wird immer besser klappen und das Weinen wird bestimmt weniger.

Wenn man dann Vertrauen in das eigene Verstehen erlangt hat, dann fällt es auch viel leichter Grenzen zu setzen. Denn das wird dann später auch von entscheidender Bedeutung. Aus dem weinenden, bedürftigen Baby sollte ja kein Kleinkind werden, das allen auf den Nerven herumtrampelt und seine Umwelt tyrannisiert. Grenzen setzen ist auch eine Form von Liebe denke ich, jedoch ist das alles bei einem kleinen Baby noch nicht relevant. (zum Umgang mit ehemaligen Schreibabys, wenn sie ins Kleinkindalter kommen an dieser Stelle in den nächsten Tagen mehr)

10. Sich um sich kümmern

Nur wenn es einem gut geht, kann man eine gute Mutter oder ein guter Vater sein. Nur wenn man sich um sich selbst kümmert, hat man die Energie und auch das Verständnis, sich um andere zu kümmern. Ich glaube, gerade in unserer Gesellschaft fällt es einem oft so schwer, Hilfe einzufordern. Man schämt sich für solch ein forderndes Baby. Es gehört nicht zum guten Ton. Stattdessen müsste man eigentlich ab und zu die Oma oder einen Babysitter holen und sagen, dass man einfach mal in Ruhe duschen möchte, oder mit einer Freundin oder der Schwester telefonieren möchte oder auch einfach mal einen Nachmittag alleine mit Buch und Tee im Bett liegen muss. Ist das denn wirklich zu viel verlangt? Früher auf dem Dorf oder als wir noch in der Steppe oder im Urwald lebten, da konnten wir das Baby immer jemandem geben, wenn wir müde oder verzweifelt waren. Jetzt sitzen wir oft alleine und erschöpft zu Hause und schämen uns fürs Müde-sein. Das ist doch nicht normal. Ich will das nicht mehr müssen. Beim nächsten Kind würde ich Hilfe einfordern. Hoffentlich.

Für Trost und Hilfe könnt Ihr beim Verein Trostreich weiter stöbern.

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Schnuller – ja oder nein?

Schnuller

Stillen

Stillen ist eine gute Sache. Da sind sich alle einig, und es ist ja auch erwiesen, dass Stillen praktisch und gesund ist, die Mutter-Kind-Beziehung festigt und Allergien vorbeugt. Auch ich bin froh, meine Kinder ausgiebig gestillt zu haben und möchte diese Erfahrung auf keinen Fall missen.

Allerdings hat mich meine Stillbegeisterung oft in einen Gewissenskonflikt mit dem Schnuller gebracht: führt die Benutzung eines Schnullers zu einer Saugverwirrung bei meinem Kind? Trinkt mein Kind vielleicht zu wenig, wenn ich ihm bei jeder Gelegenheit einen Schnuller anbiete? Führt der Schnuller zu einer Fehlstellung der Zähne und ist er nicht ein unzulässiges Hilfsmittel, wenn ich doch die echten Bedürfnisse meines Kindes nach Zuwendung oder Trinken stillen möchte?

Ich bin besonders durch die Ausführungen meines verehrten Prof. Dr. Schievelhöfers jedoch dazu gelangt, über den Schnuller noch einmal zu reflektieren. Die Frage stellt sich, ob nicht das Saugen an sich ein Grundbedürfnis von Säuglingen ist, und ob dieses Grundbedürfnis ohne einen Schnuller in unserem kulturellen Umfeld nicht doch schwer zu stillen ist.

Stillende

Neue Erkenntnisse durch das Volk der Epo

Prof. Schievelhöfer hat bei dem Volk der Epo auf Papua untersucht, wie lange Säuglinge an der Brust ihrer Mutter saugen: im Durchschnitt darf ein Epo-Säugling 16 Stunden an der Brust nuckeln. Das findet natürlich nicht nur im Liegen statt. Es geschieht im Liegen, Sitzen, Gehen. Interessanterweise gibt es in der Sprache der Epo zwei Ausdrücke für das Saugen an der Brust. Der eine bezeichnet das wirkliche Trinken, der andere das rein beruhigende Nuckeln. Diese Beobachtungen führen mich zu dem Schluss, dass auch dieses beruhigende “an der Brust Nuckeln” ein Grundbedürfnis zu sein scheint, dem wir bei unserer Lebensführung ohne Schnuller nur schwer gerecht werden können. Und diese Beobachtungen erklären auch, warum die meisten Kinder bei uns mit und nicht ohne Schnuller groß werden, obwohl wir alle mit dem Schnuller hadern und von Stillberaterinnen zurecht davor gewarnt werden. Ein Zuviel an Schnuller kann daran schuld sein, dass die Milchproduktion nachlässt, weil die Brust nicht genug stimuliert wird. Und es scheint auch so zu sein, dass das Schnullern Mittelohrentzündungen begünstigt. Hier sind die Zusammenhänge aber wohl noch nicht endgültig geklärt.

Die zu frühe Benutzung des Schnullers kann jedoch tatsächlich zu einer Saugverwirrung beim Baby führen. Da die Epo ja in beiden Fällen die Brust anbieten, bleiben sie von dieser Problematik verschont. Wir müssen uns jedoch dazu Gedanken machen, sofern wir nicht 16 Stunden am Tag unsere Brust hin halten möchten ;)

Saugbedürfnis von Babys

Der sehr pragmatische Dr. William Sears weist in seinem Baby Book (Sears: Baby Book, New York: Little, Brown and Company, 2003) ebenfalls auf das ausgeprägte Saugbedürfnis von Babys hin. Bereits im Mutterleib kann man beobachten, dass Babys ausgiebig an ihren Daumen nuckeln, um sich zu beruhigen. Er bezeichnet das Saugen als das dritte Grundbedürfnis eines Säuglings neben dem Getragen-werden und dem Trinken und erwähnt auch, dass Frühchen sich besser entwickeln, wenn sie an Schnullern nuckeln dürfen. (Vgl. Sears: Baby Book, S. 90)

Die entscheidende Vorsichtsmaßnahme, um eine Saugverwirrung zu vermeiden, ist, nicht zu früh mit dem Schnuller anzufangen. Die Saugtechnik des Trinkens an der Brust entscheidet sich stark von der Nuckeltechnik an einem Schnuller und ein Baby muss das richtige Saugen an der Brust erst “lernen”, bevor es sich mit dem Schnuller vergnügen sollte. Bei ganz kleinen Säuglingen sollte daher die mütterliche Brust erst einmal das Einzige sein, was es im Mund hat. Bei einem sehr ausgeprägten Saugbedürfnis von Anfang an, bietet man lieber ab und zu den kleinen Finger an, um eventuellen wunden Brustwarzen eine Pause zu gönnen. Aus den selben Gründen sollte auch damit gewartet werden, Milch aus der Flasche anzubieten.

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Um die richtige Trinktechnik an der Brust zu entwickeln, muss sich ein kleiner Säugling erst einmal ganz schön ins Zeug legen. Das Baby muss seinen Mund sehr weit öffnen, um den ganzen Hof der Brustwarze in den Mund zu bekommen. Bei Schnullern reicht es, den Mund ganz leicht zu öffnen und schon ist er aufgrund seines geringen Durchmessers drin. Die Nuckeltechnik für einen Schnuller ist aber leider zum Trinken an der Brust völlig ungeeignet und führt in Windeseile zu sehr wunden Brustwarzen und sorgt dafür, dass das Kind nicht genug Milch bekommt. Aus all diesen Gründen rät Dr. Sears dazu, mit dem Schnuller erst dann anzufangen, wenn es mit dem Stillen einwandfrei klappt.

Schnuller nach dem Stillen

Hat sich die Stillbeziehung eingespielt, kann euch natürlich passieren, was mir mit meinen drei Töchtern passierte: Sie wollten alle drei nach der warmen, weichen Brusterfahrung von diesem kalten, nach Plastik schmeckenden Ding gar nichts wissen und kapierten dann wiederum nicht, wie man eigentlich an so einem Schnuller saugen muss. Viele Mütter von nach Bedarf gestillten Kindern haben mir berichtet, dass ihre Babys partout keinen Schnuller wollten. Es mag also sein, dass das Grundbedürfnis zu Saugen bei nach Bedarf gestillten Kindern auch in unserer Kultur ausreichend befriedigt ist.

Meine große Tochter hatte aber vor allem ein sehr ausgeprägtes Saugbedürfnis, und ich war verzweifelt, weil meine Brustwarzen völlig wund waren. Ich ging in die Drogerie und in den Bioladen und kaufte jedes erdenkliche Schnullermodell, das es auf dem Markt so zu finden gab. Egal, welche Form er hatte und aus welchem Material er war – er fiel ihr nach einer Sekunde aus dem Mund, weil sie außer der Trinktechnik an der Brust noch nichts gelernt hatte.

Der Trick mit dem kleinen Finger

Meine Schwiegermutter kam mir damals zur Hilfe, indem sie erst ihren kleinen Finger anbot. Sie ließ sie eine Weile am Finger (der Nagel sollte ganz kurz geschnitten sein und in Richtung Zunge des Babys zeigen) nuckeln, steckte den Schnuller dann in ein Glas mit abgekochtem, lauwarmem Wasser und versuchte immer wieder, möglichst nahtlos den Finger durch den Schnuller zu ersetzen. Siehe da, es klappte! …allerdings nur bis zu einem Alter von sieben Monaten. Da hatte sie einen schlimmen Schnupfen und merkte, dass es sich mit Schnuller im Mund schlecht durch den Mund atmen lässt. Sie wollte ihn danach nie mehr sehen. Im Rückblick muss ich allerdings eindeutig feststellen, dass die kurze Zeit mit Schnuller wesentlich einfacher war, als die ohne. Es gibt so viele Situationen im Alltag, bei denen ein Schnuller Gold wert ist. Autofahrten, Einkaufen und auch nachts zur Überbrückung kurzer Aufwachphasen. Ich würde gerne mal eine Epo-Frau fragen, ob sie gut schlafen kann, während ihr Kind an der Brust nuckelt. Ich habe das nur bei extremer Müdigkeit geschafft und war nachts schon oft ungehalten, wenn stundenlang an meiner Brust gesaugt wurde, ohne dass ein Tropfen Milch heraus kam. Aber bei den Epo klingelt – zumindest noch – wohl auch kein Wecker morgens. Man braucht für 16 Stunden Brust-Hinhalten eine gewisse Grundruhe, die uns leider abgeht

Ein Schnuller ist kein Ersatz für echte Zuwendung

Mag ein Säugling seinen Schnuller, sollte man jedoch immer wieder hinterfragen, ob man ihn wirklich als Beruhigungshilfe für sein Baby einsetzt und nicht als Ersatz für echte Zuwendung missbraucht. Erst wenn man sicher ist, dass das Baby nicht hungrig ist, die Windel voll hat oder getragen werden möchte, sollte man den Schnuller anbieten. Das ist mindestens genauso schwer, wie bei größeren Kindern, die beiden Bestechungsmittel Fernsehen und Süßkram mit Bedacht einzusetzen. Sears weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass – wann immer möglich – bei der Beruhigung eines Säuglings eine Person involviert sein sollte:

“When baby cries, if you find yourself, by reflex, reaching for the pacifier instead of reaching for your bay, pull the plug – an lose it.”

(Baby Book, S. 91)

Genau aus diesem Grund sollte man auch darauf verzichten, den Schnuller über einen längeren Zeitraum als Hilfsmittel der Beruhigung einzusetzen. Die Chance, dass ein anderes, tiefer liegendes Problem überdeckt wird, ist schon sehr groß. Vielleicht braucht mein Kind eigentlich mehr Nähe, mehr Zuwendung oder Ruhe? Der Schnuller verleitet dazu, nicht nachzuhaken.

Schnuller abgewöhen

Eine Schwierigkeit bei der ganzen Schnullergeschichte ist jedoch sicherlich auch das Abgewöhnen. Bei meinen beiden kleineren Töchtern hat das dann erst leicht geklappt, als sie schon längst in die Kita gingen und sich vor den anderen Kindern blöd vorkamen. Ich glaube, das war so mit zwei Jahren, eventuell auch etwas später. Die Schnullerfee musste mehrfach angeflogen kommen und größere Belohnungen mitbringen. Aber wie bei allen Entwöhnungen war da denke ich die elterliche Entschlossenheit entscheidend. Erst wenn ihr wirklich sicher seid, dass es an der Zeit ist, wird es klappen. Kinder spüren meiner Erfahrung nach ganz genau wie ernst es den Eltern mit etwas ist. Da kann man ihnen nichts vormachen. Man muss sich also erst hinterfragen, ob man selbst schon bereit ist, auf dieses Hilfsmittel der Beruhigung zu verzichten, denn es bedeutet – zumindest für die Zeit des Übergangs – vermehrte echte Zuwendung.

Über die Vorzüge des Stillens ist längst alles bekannt. Aber selbst das Nuckeln an einem Schnuller hat glücklicherweise physiologische Vorteile. Durch das viele Saugen wird vermehrt Speichel produziert und dieser hilft wiederum bei der Verdauung und wirkt so gegen Bauchschmerzen und sogar gegen Reflux.

Was ist ein “guter Schnuller”?

Wie muss nun ein guter Schnuller sein? Ein guter Schnuller sollte aus einem Stück hergestellt sein, damit er nirgends brechen kann. Er sollte gewährleisten, dass das Baby ihn weit in den Mund nehmen kann und er sollte leicht zu säubern sein. Man kann ihn auch in der Spülmaschine reinigen. Das breite Mundstück sollte Luftlöcher haben, damit das Baby möglichst durch die Nase atmen kann. Bei der Wahl der optimalen Form scheint es keinen Stein der Weisen zu geben. Am besten man probiert alle möglichen Formen mal aus und lässt das Baby entscheiden.

Ich komme also zu dem Schluss, dass Babys ein mehr oder weniger ausgeprägtes echtes Saugbedürfnis haben und die Hilfe eines Schnullers daher, nachdem das Stillen reibungslos klappt und mit viel Bedacht eingesetzt, sinnvoll sein kann. Man sollte jedoch keinesfalls zu früh damit anfangen, denn der Säugling muss erst sicher in der Saugtechnik an der Brust sein. Vor dem Anbieten des Schnullers sollte man sich immer fragen, ob ein anderes Bedürfnis als das reine Saugbedürfnis gerade im Vordergrund stehen könnte. Das mit dem Schnuller ist wie mit allen praktischen Ersatzstoffen im Leben: manchmal hilfreich, aber das Wahre und Echte ist halt doch am schönsten. Honig schmeckt ja auch besser als Süßstoff….

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8 Gründe dafür, dass wir freiberufliche Hebammen brauchen

Ozean der Emotionen - Geburtsmomente

Ich habe mir den Film “Ozean der Emotionen” von Roland und Katharina Wirzbinna (Maha Karo pictures) angeschaut und war sehr bewegt. Mir wurde bewusst, wie unterschiedlich Geburtserfahrungen doch sein können. Eine Geburt kann das schönste Erlebnis im Leben einer Frau sein oder auch zum absoluten Trauma geraten. Auf die meisten Geburten trifft wohl von beidem etwas zu. In jedem Fall passiert da etwas ganz Großes, Entscheidendes, Einschneidendes und man möchte es nicht ohne einfühlsame Hilfe bewältigen müssen.

1.  Sich nicht alleine fühlen müssen

Der Film beleuchtet diesen Wunsch nach Hilfe, der allen Frauen in diesem Moment gemeinsam ist. Sieben Frauen erzählen uns von ihren Gefühlen und Erfahrungen unter der Geburt und in jeder der Geschichten fällt das Wort “alleine”. Jede Frau scheint sich an irgendeiner Stelle sehr verlassen zu fühlen bei diesem großen Wagnis, auf das wir in unserer Kultur so gar nicht vorbereitet werden. Sie äußern alle den Wunsch, während der Geburt ständig von einer Hebamme unterstützt zu werden. Sie berichten, dass es im Krankenhaus viele schreckliche Momente des Alleinseins gab, denn in einem durchschnittlichen deutschen Krankenhaus werden jährlich zwischen 600-2500 Kinder entbunden. An einem Tag vielleicht ein Kind, am anderen fünf….Dieser Umstand und die Tatsache, dass sich natürliche Geburten zeitlich nicht planen lassen, führen dazu, dass eine konstante eins-zu-eins-Betreuung durch eine Hebamme personell im Krankenhaus nicht möglich ist. Dieses Manko wird derzeit in Deutschland noch stellenweise durch Beleghebammen ausgeglichen, deren Zahl jedoch sehr gering ist, genau wie die Zahl der Krankenhäuser, die mit Beleghebammen zusammen arbeiten. Das ist sehr schade, denn Geburten, die von einer Hebamme begleitet werden, verlaufen wesentlich besser und mit weniger Komplikationen, als solche, bei denen die Gebärenden viel alleine gelassen werden.

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2. Weniger Kaiserschnitte

Die Kaiserschnittrate lässt sich durch Hebammenbegleitung stark senken. Angela erzählt die Geschichte, wie sie den bei ihrer zweiten Entbindung geplanten Kaiserschnitt nur mithilfe ihrer Hebamme verhindern konnte. Natürlich retten Kaiserschnitte viele Menschenleben und sind oftmals unumgänglich, aber es könnte doch so mancher Kaiserschnitt mit einer guten Betreuung durch eine Hebamme verhindert werden.

3. Weniger PDAs

Angela beschreibt auch sehr anschaulich, wie sie bei ihrer ersten Geburt durch die PDA ihre Freiheit und ihren Stolz verlor: “Er wurde mir entbunden. Ich habe ihn nicht selbst entbunden.” Sie kam mit Wehen ins Krankenhaus, bekam aber noch eine “Tablette zur Beruhigung”, nach deren Einnahme sie keine Wehen mehr hatte. Dann kam sie an den Wehentropf. Künstlich ausgelöste Wehen sind noch schmerzhafter als natürlich ausgelöste, daher hielt sie die Schmerzen bald nicht mehr aus und bekam eine PDA. Auf die gesamte Geburt zurückblickend sagt sie: “Das Schönste an Jonathans Geburt war die PDA.” Er machte mich irgendwie sehr traurig dieser Satz.

Hebammenfilm3

4. Weniger Dammschnitte

Auch der für viele Frauen sehr traumatische Dammschnitt wird im Film lange thematisiert. Es kommt bei Geburten, die durch Hebammen begleitet werden, wesentlich seltener zu diesem Schnitt. Ich selbst habe zweimal in meinem Leben einen Dammschnitt bekommen und ihn als gar nicht so schlimm empfunden. Ich habe es weder gespürt noch gehört und wurde erst danach informiert. Es hat mir auch nicht weh getan und ist sehr schnell verheilt. Aber ich weiss schon von Freundinnen und Bekannten, dass gerade dieser Schnitt für viele Frauen zum Schlimmsten an der Geburt gehört. So auch für Esther. Sie ist ein sehr sensibler Mensch und in ihren Berichten häufig den Tränen nahe. Sie bezeichnet den Dammschnitt als eine “Art Misshandlung”, fast wie eine “Beschneidung”, eine “Verletzung an einer ganz intimen Stelle” und betrauert, dass sie nicht die Möglichkeit aufgezeigt bekommen habe, “Nein” zu sagen. Gleich nach der Geburt wurde sie genäht und konzentrierte sich dadurch nur noch auf ihre Schmerzen und gar nicht mehr auf ihr Kind. Die Frauen beschreiben sich in fast allen Geburtsgeschichten als sehr ohnmächtig, als Teil einer Maschinerie, auf die sie keinen Einfluss haben. Gerade deshalb sind auch die abschließenden Anmerkungen der Hebamme Frauke so ermutigend. Fraukes Sohn ist schon 27 und sie beschreibt seine Geburt im Rückblick als “ganz toll”. Frauke hat unter der Geburt ihrem Körper vertrauen gelernt, sie hat eine “Urkraft” gespürt – dieses schöne Wort benutzt sie immer wieder – und dachte nichts mehr. Sie war nur noch Körper und so glücklich wie noch nie in ihrem Leben. Sie gebar ihren Sohn zwar damals im Krankenhaus, aber sie bestimmte ihre Geburt selbst. Als der Arzt beispielsweise die Schere in die Hand nahm, um einen Dammschnitt durchzuführen, schrie sie ihn an, er solle das gefälligst lassen. Die Kraft, die sie damals aus ihrer selbstbestimmten Geburt ziehen konnte, möchte sie heute den Schwangeren, die sie betreut zurückgeben. Man nimmt ihr das ab, dass sie das schafft. Als ich sie sah, dachte ich: “wenn ich noch einmal in meinem Leben schwanger sein sollte, dann möchte ich unbedingt mit ihr zusammen gebären.”

5. Mehr Selbswertgefühl

Da ist Thorid, die immer wenn sie spricht glücklich aussieht und die erzählt wie sie mit der Hilfe ihrer Hebamme im Moment der Geburt über sich hinaus wuchs. Wie ihr Partner sie während der Geburt zwar unterstützte und einfach da war und hinter ihr stand, während sie ihr Kind auf dem Geburtsschemel bekam. Sie erzählt auch wie ihr ihre Eltern das Gefühl gaben, sie werde das schon hinbekommen. Es wird deutlich wie wichtig die soziale Einbindung in diesem ganzen Prozess des Kinderkriegens ist. Die Eltern, der Partner, die Ärzte, aber eben auch und vor allem die Hebamme. Zwei Psychotherapeutinnen berichten von ihrer Arbeit mit traumatisierten Müttern und wie diese in der Geburtsmaschinerie in ihren Möglichkeiten beschnitten werden. Die Selbständigkeit und die Kraft der Frauen müssen vielmehr gestärkt werden und dafür seien Hebammen und ein Rahmen für die Geburt, in dem Frauen ermutigt und gestützt werden so wichtig.

Hebammenfilm

6. Hebammen nehmen Ängste

Alle sieben Frauen erzählen von vielen Ängsten. Ängste, die sich in Luft auflösen konnten, weil genug Unterstützung da war oder Ängste, die noch übertroffen wurden, weil sie sich alleine gelassen fühlten. Frauen fühlen sich offensichtlich beim Kinderkriegen allein und danach mit Kind oft erst recht. Gerade bei der zweiten und dritten Geburt scheint die Unterstützung der Hebamme sehr wichtig (vgl. meinen Blogeintrag, 3xHebamme = 6xGlück), wenn die erste oder die vorhergehende Geburt problematisch war. Auch ein im Film interviewter Arzt berichtet, dass gerade die Frauen sehr oft mit einem klaren Kaiserschnittwunsch zu ihm kämen, die das Trauma einer früheren Geburt zu überwinden hätten.

 

7. Jede Geburt ist anders und muss ganz individuell begleitet werden

Die Hebamme Sophie-Elisabeth berichtet uns, welch große Versagensängste sie hatte, als ihre geplante Hausgeburt doch in einem Krankenhaus zu Ende ging. Auch als Hebamme ist sie eine ganz normale Schwangere mit den gleichen Sorgen und Ängsten. Das Fazit aus ihrer eigenen Geburtserfahrung ist, dass selbst jemand mit viel Erfahrung und einem sehr genauen Geburtsplan auf eine ganz individuelle Betreuung angewiesen ist. Im Krankenhaus kann die Betreuung aber aufgrund der Gegebenheiten gar nicht so individuell sein. Es wird auch bewusst, wie wenig man sich auf etwas vorbereiten kann, das einfach von jedem anders erlebt wird. Der Wehenschmerz fühlt sich wohl für jede Frau anders an und keine Frau wird es schaffen, ihn adäquat zu beschreiben. Von dieser mangelnden Vorstellungskraft berichtet auch Alexander, der Freund von Esther und der einzige Vater, der in dem Film zu Wort kommt. Er beschreibt sich als Helfer in dieser Situation als sehr hilflos, denn “man kann sich nicht vorstellen wie es für die Frau ist.”

8. Beleghebammen sind zu selten

Alle Frauen berichten, dass es im Krankenhaus Momente des Alleinseins gab, wenn sie keine Hebamme für sich alleine ständig an ihrer Seite hatten. Daher sind Beleghebammen der Traum vieler Frauen, denn es bedeutet, dass man die Hebamme vor der Geburt selbst wählen kann, sie kennenlernen darf, die Wunschgeburt zumindest mit ihr planen darf, auch wenn es danach vielleicht ganz anders kommt…. Aber es ist ein Segen, wenn die Hebamme wenigstens weiss, was man sich bei klarem Verstand gewünscht hatte und einen dann durch die schwersten Momente durch hieven kann. Aus all diesen Gründen ist Hebamme wohl der älteste Beruf der Welt. Schon immer haben sich Frauen in diesem herausforderndsten und beängstigendsten Moment in ihrem Leben gegenseitig unterstützt, wenn es möglich war. Jede Kultur dieser Welt hat einen Rahmen für diesen Moment geschaffen, in dem eine Frau mit Erfahrung der Gebärenden beisteht. Insofern geschieht gerade in unserer Kultur und in unserem Land ein historischer Moment, denn der Beruf der Hebamme steht auf dem Prüfstand und scheint bedroht. Die Beiträge zur Haftpflichtversicherung steigen so dramatisch an, dass viele freiberufliche Hebammen keine Zukunft mehr in ihrem Beruf sehen. Der durchschnittliche Stundenlohn einer freiberuflichen Hebamme ist ohnehin schon erschreckend niedrig mit 7,50 Euro die Stunde. Der Film “Ozean der Emotionen” ist mit seinen sehr einfühlsamen Interviews ist am Ende ein Plädoyer für die durch Hebammen begleitete Geburt, die in unserer Gesellschaft zu einem Luxusgut zu verkommen droht. Es werden schöne und traurige Geschichten erzählt. Sieben bewegende Geschichten, die unterschiedlicher und intimer nicht sein könnten. Sieben Geschichten, aus denen man viel lernen kann – und vor allem, dass es die optimal verlaufende Geburt nicht gibt. Dass jede Geburt eine neue Herausforderung darstellt an alle Beteiligten. Nur eines ist allen sieben Frauen gemeinsam: sie haben sich ohne Hebamme alleine gefühlt oder aber die Hebamme während der Geburt als enorme Hilfe erlebt.

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Wie trage ich mein Baby sicher in einer Babytrage oder im Tragetuch?

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Das Tragen von Babys ab der Geburt ist heute weitgehend anerkannt und vor allem durch die vielen ausgeklügelten Komforttragesysteme sehr viel leichter und praktischer zu handhaben als noch vor einigen Jahren. Eigentlich sind sowohl die Körper von uns Erwachsenen als auch die unserer Babys durch evolutionäre Prozesse optimal an das Tragen angepasst und man sollte meinen, es müsste nichts mehr dagegen sprechen, und  dennoch haben viele Mütter und Väter große Bedenken ihren Säugling viel zu tragen wegen ihres sowieso schon beanspruchten Rückens. Da unsere nomadisch lebenden Vorfahren ständig in Bewegung waren, kannten sie diese Rückenproblematik sicher nicht, die wir als weitgehend sitzende Spezies heute haben. Und auch die Menschen anderer Kulturkreise, von denen wir uns zum Tragen unserer Babys inspirieren lassen, sind uns da klar im Vorteil und tragen ihre Kinder entweder wie einen Rucksack auf dem Rücken oder auf der Seite. Das Kind vor der Brust zu tragen, ist eine Neuerung unserer Kultur, die aus physiotherapeutischer Sicht problematisch ist.

Es gilt also, sich gut zu informieren und abzuwägen, welches Tragesystem wann für wen am geeignetsten ist, um seinem Baby die unermesslichen Vorteile, die das Tragen in sich birgt, nicht vorenthalten zu müssen.

Während ein Säugling im Tragetuch sitzt, sind seine Muskeln ständig aktiv und seine Stütz-, Halte- und Zugkraft werden dabei trainiert. All diese Kräfte werden später beim Krabbeln genauso benötigt wie auch eine starke Bauchmuskulatur, die ebenfalls beim Sitzen im Tragetuch angesprochen wird. Die positiven Auswirkungen des Tragens bei einer Deformation des Hüftgelenks, der sog. Hüftdysplasie, sind ebenfalls von großer Bedeutung und allgemein anerkannt.

Für die Tragenden bestehen die Vorteile neben der enormen Kostenerparnis im Vergleich zum teuren Buggy und den diversen Freiheiten und Alltagserleichterungen, die durch das Tragen geschaffen werden, auch in der Stärkung der Rückenmuskulatur. Dabei sollte das Baby oberhalb des Bauchnabels vor dem Brustbein sitzen, um dem Tragenden eine verbesserte physiologisch Aufrichtung in der Brustwirbelsäule zu ermöglichen. Aus diesem Grund sind dehnbare Tragetücher mit Vorsicht zu genießen. Es ist dabei gut, möglichst gleich nach der Geburt mit dem Tragen anzufangen, damit die Rückenmuskulatur des Tragenden mit dem zunehmenden Gewicht des Säuglings mitwachsen kann.

Um Rückenschmerzen vorzubeugen ist ein häufiger Wechsel der Tragemethode entscheidend. Gleich nach der Geburt bietet sich das Tragen vorne in einem langen Tragetuch oder im RingSling an, denn diese Methode ermöglicht die größtmögliche Kontaktaufnahme mit dem kleinen Säugling und sorgt für einen optimalen Wärmeausgleich. Mit zunehmendem Alter kann das Kind, sobald es mit etwa vier Monaten den Kopf gut alleine halten kann, vermehrt auf dem Rücken getragen werden. Das ist besonders einfach mit einer Komforttrage, mit etwas Übung jedoch auch mit einem herkömmlichen Tragetuch oder dem RingSling gut umsetzen. Das seitliche Tragen in einem kurzen Tragetuch oder dem RingSling ist bei Babys ab dem Zeitpunkt, an dem sie selbständig sitzen können, also etwa ab dem siebten Lebensmonat, sehr beliebt. Es lässt  sie optimal an den Handlungen des Tragenden teilhaben und schult ihr vestibuläres System, also ihren Gleichgewichts- und Orientierungssinn.

 

Alle heute angebotenen Systeme vom RingSling über das lange und kurze Tragetuch und die sogenannte Komforttrage haben also ihre Berechtigung und sind zu empfehlen, solange folgende Dinge beachtet werden, damit Tragender und Tragling in den Genuss all der oben genannten Vorteile kommen:

–       der Tragling sollte die Anhock-Spreiz-Haltung einnehmen, d.h. die Beine müssen in einem Winkel von 90° angewinkelt sein und dürfen nicht gerade herunter hängen. Das wird bei der Komforttrage durch einen in der Breite anpassbaren Steg zwischen den Beinen des Babys gewährleistet.

–       Der Rücken sollte leicht gerundet und doch gut gestützt sein. Die Trage sollte daher aus festem Baumwollstoff oder Kreuzköper beschaffen sein.

–       Der Kopf des Säuglings muss vom Tuch gestützt werden solange das Köpfchen bis zu einem Alter von etwa vier Monaten noch nicht alleine gehalten werden kann.

 

Dieser Artikel wurde verfasst für die neue Ausgabe des Hefts “Geburt in Berlin”

Susanne Moller, Pädagogin und Gründerin von LOUyLOU Berlin – Babys verstehen.

 

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3 x Hebamme = 6 x Glück

inamay

Die drei Hebammen, die mir bei meinen Geburten geholfen haben, hätten unterschiedlicher nicht sein können. Und doch waren alle drei für mich auf ihre ganz eigene Art ein Segen.

Die erste war sehr jung und noch am Anfang ihrer Berufszeit. Sie war etwas unsicher, aber gerade deshalb vielleicht auch so lieb und empathisch. Sie war mir eine große Hilfe.

Die zweite war etwas salopp formuliert ein alter Drache. Sie hatte keinerlei Mitleid, aber durch ihre lange Erfahrung ein großes Vertrauen in meine eigene Kraft. Sie war mir eine große Hilfe.

Die dritte hatte rein gar nichts gegen PDAs und hat sofort gemerkt, dass ich diese Geburt ohne PDA nicht meistern können würde. Sie hat meinen Wunsch respektiert, meine Angst akzeptiert. Sie war mir eine große Hilfe.

Denke ich an meine Hebammen, so denke ich an jede mit großer Dankbarkeit. Jede war ganz eigen, hatte einen ganz anderen Stil, als die nächste und doch hat jede, in dieser bestimmten Situation das Richtige getan. Keine möchte ich missen oder ändern. Es war einfach nur ein Glück, dass es sie gab.

In meine erste Hebamme war ich nach der Geburt (und auch schon während der Geburt) regelrecht verliebt. Sie war jung und sehr lieb und sehr hübsch und hatte selbst noch kein eigenes Kind zur Welt gebracht. Sie wollte von mir lernen. Das hat mich mit Stolz erfüllt und mir Kraft gegeben. Sie machte die ganze Zeit zaghafte Vorschläge: möchtest Du vielleicht in die Wanne? Möchtest Du vielleicht doch wieder raus? Mit Erstaunen hat sie meine Entscheidungen hingenommen und war dankbar für meine Kraft und meine klaren Rückmeldungen auf ihre zaghaften Vorschläge. Es tat mir gut, diesen mitfühlenden Blick in ihren Augen zu sehen. So ein Staunen über das, was da passiert. Als ich vor Schmerzen nicht mehr weiter konnte, wollte sie mir eine PDA gönnen, für die dann Gott sei Dank gar keine Zeit mehr war. Nach der Geburt kam sie mich noch einmal besuchen im Krankenhauszimmer und war voller Stolz und auch Dankbarkeit, dass sie das mit mir und meiner Tochter so toll geschafft hatte. Ich würde sie gerne mal wieder sehen.

Meine zweite Hebamme war – wie schon erwähnt – ein alter Drache. Sie musterte mich nüchtern von oben bis unten, als ich unter recht starken Wehen im Krankenhaus aufschlug. Fragte nur ganz trocken, ob das meine erste Geburt sei? „Nein, die zweite.“ „Spontangeburt ohne Komplikationen?“ „Ja.“ „Gut, dann gehen Sie mal in die Wanne. Wenn es los geht rufen Sie mich. Ich hoffe, meine Schicht ist dann noch nicht zu Ende.“ Als ich schreiend vor Schmerzen aus der Wanne raus wollte und unter Wimmern und Klagen um eine PDA bettelte, sagte Sie mir ganz trocken: „Frau Moller, Sie sind doch noch gar nicht an Ihrem Ende.“ Ich habe sie in diesem Moment abgrundtief gehasst. Noch mehr hasste ich sie, als sie mir sagte, ich solle mich jetzt hinlegen. Ich erwiderte, dass ich auf keinen Fall im Liegen gebären wolle. Sie sagte, das sei ihr egal, ich solle mich hinlegen, das sei besser und dann stopfte sie mir ein blödes Globuli in den Mund. Ich dachte, was soll mir unter den Umständen ein so blödes Globuli bringen? Will sie mich verarschen? Als meine Tochter dann innerhalb von wenigen Minuten und dreimal Pressen draußen war, sagte sie: „Wie hat es sich doch gelohnt für dieses hübsche Kind doch eine Überstunde zu machen. Jetzt mach ich Feierabend. Auf Wiedersehen.“ Im Nachhinein betrachtet war diese Geburt meine schönste. Ich habe sie praktisch alleine gemeistert. Es war eine Bilderbuchgeburt, die in jedem Lehrbuch als solche beschrieben werden könnte. Diese Hebamme hat mir die Kraft dazu gegeben. Sie hat gewusst, wie stark ich bin.

Die dritte Hebamme wurde direkt von meinen Forderungen überrollt. Schon bei der Zeugung dieses Kindes war mir klar, dass ich kein Kind mehr ohne PDA kriegen wollte. Nicht mit der wenigen Kraft, die ich in dieser Lebensphase hatte. Ich kam im Krankenhaus an und bevor ich irgendwelche Fragen ihrerseits beantworten wollte sagte ich ihr direkt ins Gesicht: „Nur dass sie es wissen. Ich habe mir dieses Krankenhaus deshalb ausgesucht, weil ich weiß, Sie sind hier freizügig mit PDAs, und nur deshalb. Ich erwarte von Ihnen nur, dass Sie sie mir nicht zu spät und nicht zu früh geben. Bums aus.“ Sie lächelte wissend und milde und sagte: „Frau Moller, machen Sie sich keine Sorgen. Sie werden ihre PDA bekommen.“ Ich war beruhigt, bekam meine PDA und bereue es bis heute bitterlich. Es war im Vergleich zu den anderen Geburten eine blöde. Ich mache mir Vorwürfe, meine Tochter unter der Geburt alleine gelassen zu haben. Sie steckte fünf Stunden im Geburtskanal, die Wehen ließen nach. Ich lag wie ein Fisch völlig zugedröhnt auf dem Rücken. Das ganze, übliche Programm eben. Aber es ging zu diesem und unter den Umständen für mich nicht anders. Ich bin der Hebamme dankbar, dass sie das spürte und nicht mit mir diskutierte. Sie hat meine Angst verstanden, meine Schwäche gesehen. Sie hat mir sehr geholfen.

 

Das oben abgebildete Buchcover ist das Cover des neuen Buches der Nobelpreisträgerin Ina May Gaskin: Birth Matters – Die Kraft der Geburt. Ein Hebammenmanifest, Murnau: Fidibus Verlag, Dezember 2013.

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Hebammenglück oder die Verharmlosung der PDA

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Die Vorstellung, eine Geburt ohne Hebamme durchstehen zu müssen finde ich sehr erschreckend. Die Vorstellung, eine Geburt nur mit ärztlicher Hilfe durchstehen zu müssen ebenfalls, denn das dürfte in den meisten Fällen bedeuten, sie mit PDA bewältigen zu müssen.

Ich hatte das große Glück, zwei meiner drei Kinder mit der Hilfe und Unterstützung von Hebammen ohne PDA gebären zu dürfen. Das Dritte habe ich psychisch ohne PDA nicht mehr geschafft. Ich wünschte, die Umstände wären so gewesen, dass mir eine Hebamme den Mut hätte geben können, auch dieses Kind ohne zu bekommen. Ich weiß heute, ich hatte nur zu sehr Angst vor dem Alleinsein während der Geburt, vor dem „Ohne-Hebamme-Sein“.

Schon lange ärgert es mich, wie sehr der Anteil der Hebamme bei der Geburt unterschätzt wird und wie sehr die Wohltat einer PDA überschätzt wird. Für mich gehören beide Diskussionen sehr eng zusammen.

Es ist mir durchaus bewusst, dass die PDA ein großer Segen sein kann, dass es oft ohne einfach nicht geht, dass viele Frauen durch diese segenreiche Erfindung gerettet wurden und viele, viele Babys auch. Die Nachteile dieser segenreichen Erfindung werden dennoch viel zu wenig diskutiert und heruntergespielt.

Während einer Geburt ist es ein bisschen so wie in der Anfangszeit mit Kind. Es ist so schwer, man ist so erschöpft. Hauptsächlich deshalb, weil man sich im schwersten Moment einfach nicht vorstellen kann, dass es je wieder anders werden wird. Dass der Schmerz und die Schwere auch wieder weichen werden. Dass sich alles in jedem Moment wieder verändert. Es ist erstaunlich, wie viel Schmerzen man aushalten kann, wenn man gesagt bekommt, dass es bald vorbei sein wird. Dass man etwas gut macht, dass man stark ist, dass man seinem Körper und seiner eigenen Kraft vertrauen darf, dass jemand stolz auf einen ist, dass man selbst stolz sein darf auf sich, auch wenn man schreit und weint und wimmert.

Hebammen sind für mich Lehrmeisterinnen im Umgang mit Schmerz, Verzweiflung und Erschöpfung. Sie erklären mir, welchen Sinn der Schmerz während der Geburt hat und wie ich Kraft sammle, um ihn zu ertragen. Erst spät habe ich verstanden, wie wichtig der Schmerz als Wegweiser im Geburtsgeschehen ist, solange man sich unter der Geburt bewegen darf wie man möchte. In jeder Phase der Geburt ist der Schmerz in der Haltung am geringsten, die für das Baby die optimale ist bei seinen Bewegungen und Drehungen durch den Geburtskanal. Der Schmerz zeigt mir den Weg, meinem Kind bestmöglich dabei zu helfen. Der Schmerz, ich und mein Kind wir sind ein Team. Die Hebamme ist wie ein guter Trainer dieser Mannschaft. Sie hilft der Mannschaft, über sich hinauszuwachsen.

Es ist ein wunderschönes Gefühl, nach der Geburt diesen Stolz, dieses Glück und auch diese Verbundenheit mit der Hebamme zu erleben. Wir alle drei nach der Geburt: Ich, die ich dachte, ich schaffe das nie und ich habe es doch geschafft. Ich bin über mich hinausgewachsen wie noch nie zuvor in meinem Leben. Ich dachte, ich sterbe und habe stattdessen Leben geschenkt. Mein Baby, wach und ruhig und zuversichtlich, vielleicht sogar auch stolz, den Schritt nach draußen gewagt zu haben. Die erste Herausforderung mit seiner Mama geschafft zu haben, gemeinsam mit ihr. Nicht alleine gelassen worden zu sein bei diesem Wagnis, sich dem Draußen zu stellen. Das kann man nur ohne PDA, dem Kind dabei helfen, es nicht alleine lassen. Nur ohne PDA kann man auf den Schmerz als Lehrmeister und Leiter dabei vertrauen. Und dann die Hebamme, die alle Handgriffe ruhig und routiniert ausführt. Stolz auf mich und sich und dieses kleine Wesen ist. Diese reine Frauenpower genießen zu dürfen, das ist unbeschreiblich schön. Ich gönne es jeder Frau, diese Erfahrung machen zu dürfen. Es gibt nicht oft im Leben die Gelegenheit dazu.Ich habe alle meine Hebammen unter der Geburt als solch eine Stütze erlebt. Jemand, der mir die Zuversicht gibt, dass ich das schaffen kann, denn der Schmerz geht vorbei und er weist mir den Weg. Jemand, der mir sagt, was ich in welchem Moment machen soll. Mich auf Ideen für erleichternde Haltungen bringt. Jemand, der mir sagt, dass ich ihn eigentlich gar nicht brauche, weil ich selbst stark genug bin. Eine gute Hebamme kann sein wie ein guter Trainer für einen Sportler, der vor lauter Erschöpfung und Schmerzen alleine nicht mehr weiter kann. Mit dem richtigen Trainer wächst er über sich hinaus.

Eine Kind ohne die Hilfe einer Hebamme zur Welt bringen zu müssen? Eine schreckliche Vorstellung: für mich, für mein Kind, für den Schmerz. Für die ganze Mannschaft.

 

 

 

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